Diskriminierung, Elternurlaub und Vereinigungsrecht

Diskriminierung ist verboten

In Schweden ist Diskriminierung verboten. Das bedeutet, dass man niemanden benachteiligen darf wegen:

  • des Geschlechts
  • geschlechtsübergreifender Identitäten oder Ausdrücke
  • der Ethnizität
  • der Religion oder anderer Glaubensauffassungen
  • Behinderungen
  • der sexuellen Veranlagung
  • des Alters.

Es ist verboten, jemand zu belästigen oder sexuell zu belästigen. Belästigungen sind ein Benehmen, das die Würde der anderen Person kränkt und das mit einem der oben geannten Diskriminierungsgrundsätzen in Verbindung steht. Unter sexueller Belästigung ist ein Benehmen sexueller Art zu verstehen, das die Würde der anderen Person kränkt.

Eine Diskriminierung durch den Arbeitgeber ist verboten

Es ist dem Arbeitgeber verboten

  • Arbeitnehmer
  • Arbeitssuchende
  • Praktikanten oder Praktikumbewerber
  • eine Person, die die Arbeit als Leasingpersonal ausführt

zu diskriminieren.

Jedoch ist eine Sonderbehandlung erlaubt, wenn diese geeignet oder notwenig ist, um die vom Gesetz vorgeschriebenen Zwecke zu erreichen, beispielsweise um die Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern zu erreichen. Eine Sonderbehandlung hinsichtlich der Gehalts- oder Anstellungsbedingungen ist jedoch verboten.

Alle Belästigungen sind zu untersuchen, Maβnahmen sind gegen Belästigungen zu ergreifen

Wenn Sie der Meinung sind, Opfer von Belästigungen oder sexuellen Belästigungen im Zusammenhang mit Ihrer Arbeit zu sein, ist Ihr Arbeitgeber verpflichtet, diese Ereignisse zu untersuchen. Ihr Arbeitgeber ist wieter verpflichtet, die Maβnahmen durchzuführen, die notwendig sind, damit es künftig keine Belästigungen mehr gibt. Die Verpflichtungen des Arbeitgebers beziehen sich auf alle, auch auf diejenigen Arbeitnehmer, die als Leasingpersonal arbeiten.

Verbot von Repressalien

Ihr Arbeitgeber darf gegen Sie keine Repressalien anwenden, weil Sie:

  • gemeldet oder bekanngegeben haben, dass Ihr Arbeitgeber gegen ein Gesetz verstoβen hat
  • bei einer gesetzlichen Untersuchung mitgewirkt haben
  • die Belästigungen oder sexuellen Belästigungen Ihre Arbeitgebers zurückgewiesen oder geduldet haben-

Das Verbit gilt auch, wenn jemand sich um eine Arbeitsstelle bewirbt, ein Parktikum durchführt oder sich um einen Praktikumplatz bewirbt oder dem Arbeitgeber zur Verfügung steht, um eine Arbeit auszuführen, oder eine Arbeit als Leasingpersonal ausführt.
Zur Antidiskriminierungsgesetzgebung gehört auch das Gesetz über das Verbot von Diskriminierung von Teilzeitarbeitskräften und von Arbeitnehmern mit einer zeitlich befristeten Anstellungsdauer.

Entschädigung

Verstöβe gegen das Antidiskriminierungsgesetz können dazu führen, dass der Arbeitgeber verpflichtet wird, an die gekränkte Person eine Entschädigung zu zahlen.
Hier lesen Sie bitte weiter über das Antidiskriminierungsgesetz.

So reichen Sie eine Anzeige ein:

Wenn Sie eine Diskriminierung anzeigen möchten, wenden Sie sich bitte an: Diskrimineringsombudsmannen, DO, der kontrolliert, dass die Antidiskriminierungsgesetzgebung befolgt wird.
Die Anzeige bei DO kostet nichts, hier wird man Sie auch beraten, wie eine Anzeige hinsichtlich Diskriminierung zu erfolgen hat. Wenn DO der Meinung ist, eine Person wurde diskriminiert, wird DO diese Person beim Prozess vor Gericht vertreten.

So funktioniert das Geset über den Elternurlaub

Die schwedischen Vorschriften über den Elternurlaub gelten auch für alle entsandten Personen. Beispielsweise sind Sie bei der Geburt eines Kindes zum Elternurlaub berechtigt, eine benachteiligende Behandlung ist dabei verboten, Schwangere Frauen oder Frauen, die gerade entbunden haben, unterliegen besonderen Vorschriften über Schutzmaβnahmen.

Mütter sind zum Sonderurlaub berechtigt

Wenn Sie eine Frau sind, sind Sie als Angestellte zu einem Urlaub in Verbindung mit der Geburt Ihres Kindes berechtigt. Sie sind zu einem Urlaub von mindestens sieben Wochen vor dem berechneten Zeitpunkt der Entbindung und zu sieben Wochen nach der Entbindung berechtigt.

Verbot gegen eine benachteiligende Behandlung

Ihr Arbeitgeber darf weder Sie noch eine Person, die sich um Arbeit bewirbt, wegen dem Elternurlaub diskriminieren. Das Verbot gegen eine benachteiligende Behandlung gilt in verschiedenen Situationen, wie beispielsweise wenn die Gehalts- und Anstellungsbedingungen zu beschlieβen sind, bei der Leitung und Verteilung der Arbeit, bei Beschlüssen über eine Beförderung und bei einer Kündigung sowie bei einer Entlassung. Das Verbot hat in den Fällen keine Gültigkeit, bei denen verschiedene Bedingungen oder eine unterschiedliche Behandlung natürliche Folgen des Elternurlaubs sind.
Wenn Ihnen aus Gründen, die ausschlieβlich im Zusammenhang mit dem Elternurlaub stehen, gekündigt wird oder wenn Sie deswegen entlassen werden, ist die Kündigung oder die Entlassung für ungültig zu erklären, wenn Sie das verlangen.

Sind Sie schwanger, haben Sie gerade entbunden oder stillen Sie Ihr Baby?

Wenn Sie gearde entbunden haben, oder wenn Sie Ihr Baby stillen, haben Sie das Recht eine neue Arbeitsaufgabe zu bekommen, ohne Ihre Anstellungsvorteile zu verlieren. Der Grund muss sein, dass Sie nicht mehr Ihre normalen Arbeitsaufgaben ausführen können, wie beispielsweise gefährliche Stoffe handzuhaben oder bei einer physisch anstrengenden Arbeit.
Das Recht auf eine neue Arbeitsaufgabe ist nicht uneingeschränkt. Wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen keine neuen Arbeitsaufgaben zur Verfügung stellen kann, ist die die Umstellung nicht möglich. In dem Fall sind Sie statt dessen zum Urlaub berechtigt, in der Zeit, in der dies notwendig ist, damit Sie Ihre Gesundheit und Ihre Sicherheit schützen können.
Wenn Sie dieses Recht auf eine Umstellung für sich nutzen wollen, haben Sie dies Ihrem Arbeitgeber zu melden. Wenn für Sie keine Umstellung möglich sein wird, hat Ihr Arbeitgeber laufend die Möglichkeit neuer Arbeitsaufgaben zu prüfen.

Schadenersatz

Ein Arbeitgeber, der gegen diese Vorschriften verstöβt, kann gegenüber dem Arbeitnehmer zu einem Schadenersatz verpflichtet werden.

Hier lesen Sie bitte weiter über den Elternurlaub.

Försäkringskassan (Die schwedische staatliche, allgemeine Versicherungskasse) liefert weiter Informationen über den Elternurlaub:

Vereinigungsrecht, Verhandlungsrecht und Friedenspflicht:

Weiter sind Sie zur Mitbetimmung im Arbeitleben bei Fragen berechtigt,, die beispielsweise das Vereinigungsrecht, das Verhandlungsrecht und die Friedenspflicht betreffen.

Unter Vereinigungsrecht ist das Recht zu verstehen, einer Gewerkschaft anzugehören und diese Mifgliedschaft zu benutzen, um für die Organisation zu agieren. Das Vereinigungsrecht darf nicht verletzt werden. Dies bedeutet, dass man Ihnen keinen Schaden zufügen darf (beispielsweise eine Kündigung), weil Sie sich Ihres Vereinigungsrechts benutzt haben.

Das Verhandlungsrecht regelt das Recht der Gewerkschaften, mit dem Arbeitgeber
oder der Arbeitgeberorganisation über Fragen zu verhandeln, die sich auf das Verhältnis zwischen einem Angestellten (der Mitglied der Organisation ist oder war) und dem Arbeitgeber beziehen.

Wenn Tarifverträge zwischen dem Arbeitgeber und einer schwedischen Gewerkschaft geschlossen wurden, herrscht zwischen ihnen eine Friedenspflicht. Sie dürfen sich prinzipiell einander gegenüber keiner Kampfmaβnahmen, beispielsweise Streiks, bedienen, während der betreffende Tarifvertrag Gültigkeit hat.

Bei Verstöβen gegen die Bestimmungen hinsichtlich des Vereinigungsrechts, des Verhandlungsrechts und der Friedenspflicht kann eine Entschädigungspflicht zum Zuge kommen.

Hier lesen Sie bitte über das Gesetz über die Mitbestimmung weiter.

Was the information on this page useful?

Last updated 2015-09-14